Verfasst von: canela | 17. August 2008

Er ist ich

Manchmal lese ich seine alten Texte, die er vor Jahren schrieb. Die Worte waren nicht an mich gerichtet. Trotzdem las ich ihn gerne. Wie er die Frauen einwickelte, wie er ihr ein gutes Gefühl gab und wie er, trotz all geschriebenen Streicheleinheiten, die Grenze zog. Manchmal war er auch böse und sehr pointiert. Was liebte ich seine Kommentare!

Er wusste nicht, dass ich ihn immer las. Heimlich. Ich beobachtete ihn.

Ab und zu vergass er seinen Namen zu schreiben. Aber ich kannte ihn schon nach zwei Sätzen. Er war bissig, gemein, witzig und sehr eloquent. Es war ein Genuss ihn zu lesen. Und immer wieder fragte ich mich, was ist das für ein Mann?

Dann schrieb auch ich etwas ab und zu. Einmal meinte man sogar er sei ich! Das wiederum war seltsam. Ich bewunderte seine Schreibe. Und dass mich jemand mit ihm verwechseln könnte, kam mir fremd vor.

Ich aber wusste nicht, dass er mich las. Mein Schreiben verfolgte.

Dass Schreiben unser beider Leben ändern würde, war nicht geplant. Doch die Wege des Herrn sind unergründlich, falls es einen geben sollte….

by canela


Antworten

  1. ab sofort werde ich ihn beneiden *smile*

  2. tu das! wenn du eine multiple persönlichkeit hast :-)

  3. Das ist ja die totale Verschmelzung – wow! Er ist du, du bist er!

    oder: … ich bin er, er ist ich? ;-)

  4. @donmad: so “total” verschmolzen nun auch wieder nicht. und nein, du bist sicher nicht er. garantiert! glaub mir ;-)


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