Verfasst von: canela | 10. Juli 2008

Geschichten, wie sie das Leben schreiben könnte

Als F. Mutter wurde, hörte sie auf arbeiten. Schliesslich wollte sie sich ganz dem kleinen Mädchen widmen. Als dann noch der Junge kam, war das Kinderglück perfekt und die Ehe am Arsch. Sie ewig nörgelnd, er ewig arbeitend.

Da fand sie, sie könne sich ja mal ein paar Sexhäppchen ausserhalb der Ehe holen. Nur Aperitifs oder Desserts. Nie und nimmer Hauptmahlzeiten! Aber diese Amuse bouche hielten sie weiterhin dort, wo sie war. Nämlich in der Ehe, die am Arsch war.

Jetzt hätte ihr Mann befördert werden sollen. Wurde er aber nicht. Und F. hätte doch so gerne gehabt, dass er die Karriereleiter klettert. Schliesslich ist er Ernährer und muss die Familie durchbringen. Aber ein junger Kollege wurde sein Vorgesetzter.

F. fand, das sei nicht gerecht. Dieser Mann habe ja keine Familie zu ernähren und bekommt viel mehr Geld als ihr Mann.

Als ich F. traf und sie mir das erzählte, fragte ich sie: „O.k. dann dürfen Frauen auch nicht mehr verdienen als Männer, weil sie nicht in dein Rollenbild passen und sie keine Ernährer sind.“ An das hatte F. gar nie gedacht. Denn sie dachte nur an ihre Ehe, die am Arsch war und an ihre Amuse bouche, die sie ab und zu fickten.

Ihre Kinder sind mittlerweile grösser geworden und brauchen ihre unzufriedene Mutter nicht mehr so. Aber sie sieht das natürlich anders. Denn wenn sie die Kinder nicht mehr brauchen, wer braucht sie dann?

F. jammerte und jammerte. Ich persönlich finde, wer jammert, leidet nicht. Und noch persönlicher finde ich solche Blutsaugerehefrauen widerlich. Aber es gibt ja Männer, die stehen auf sowas, solange die Zeckenfrau pariert.

Als ich F. vorschlug, putzen, servieren oder auf den Strich zu gehen, es seien alles ehrwürdige Jobs, drehte sie sich um und ging.

Ich schrie ihr nach:“ F. entschuldige, es tut mir so leid. Ich bin ein Arschloch! Sie drehte sich um und schaute mich an. „Aber du bist eine faule Sau!“ sagte ich lächelnd. Und dann ging ich.

by canela


Antworten

  1. Was heisst hier könnte? Schreibt das Leben nicht jeden Tag tausende solche Geschichten?

  2. Ich habe da eine bestimmte Person im Kopf. Das einzige, das nicht auf sie zutrifft, ist das „F.“ :-D

  3. warum hast du dich entschuldigt? passt doch.

  4. @cupid: Ich habe das dumpfe Gefühl, dass Canelas Entschuldigung nur ein kleiner Kunstgriff war, um F. durch die erzeugte Aufmerksamkeit in die richtige Position für den finalen Schlag zu bringen *grins*

  5. bravo, klatsch, zugabe

  6. @leonope: das tut es das leben. nur diese geschichte ist erfunden. aber mit wahrem hintergrund als vorlge. eben, wie im echten leben ;-)

    @nedganzbachert: oh oh, du dedektiv ….:-)

    @cupid: wie es ngb schön formulierte, es war eine rethorische entschuldigung um das zu sagen, was ich schon lange von ihr hielt!

    @soerli: ich mag menschen nicht, die andere ausbeuten. aber ohne opfer kein täter..

  7. noch besser sind die, die ausbeuten und zugleich das opfer spielen

  8. @soerli: oh ja, das sind auch meine lieblinge. und es gibt sie bei beiden geschlechtern…


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