Verfasst von: canela | 11. Juni 2008

Rette mich vor mir selber

Heute fragte mich ein Arbeitskollege: “Was du hast einen Freund? Du hast noch nie von ihm gesprochen.” Und da hat er recht. Mir war das nie bewusst, aber ich rede nie von ihm mit Menschen, die mich nicht gut kennen. Dafür schreibe ich umso mehr für ihn und wegen ihm. Das wiederum weiss mein Kollege bei der Arbeit nicht.

Aber wie erklärt man jemanden, dass man diesen Mann liebte bevor man ihn sah? Dass man diesen Menschen nur auf Grund von Wörtern in sein Herz schloss, bevor man das Gesicht in seine Halsbeuge stecken konnte und ihn einatmete? Denn nach seinen geschriebenen Worten und Sätzen merkte ich, er rettet mich vor mir selber. Und was gibt es besseres im Leben, wenn man vor den eigenen Untiefen befreit wird?

Für dich. Save me from myself

text by canela
music by ch. aguilera


Antworten

  1. Ich kenne das Gefühl.

    Und so falsch scheint es nicht zu sein .
    Mitfühlbar bei euch beiden.
    Wunder-voll.

  2. Was es besseres gibt im Leben, als von den eigenen Untiefen befreit zu werden? Gemeinsam alle Untiefen in gemeinsame Tiefe zu verwandeln. Danke mein Herz.

  3. @mme lila: ich weiss es nicht. aber was ist schon richtig? es muss für dich selber stimmen, auch wenn diese dinge völlig unglaublich für andere erscheinen.

    @P. gerne mein p.

  4. warum untiefen ?
    warum sehen menschen immer nur untiefen, das frage ich mich.

    manch mensch den man lieben sollte ist mehr ein spiegel der eigenen seele, als eine unbekanntes etwas. wie ein tiefer see, dessen wasser das leben spendet.

  5. @gokui: welche menschen? ich habe nicht eine allgemeingültige sichtweise beschrieben. nur meine eigene. und die ändert sich manchmal täglich. also ist das wort “immer” auch nicht adäquat. finde ich.

    mein liebster reflektiert mich, aber er ergänzt mich auch. und dort, wo du dich ergänzt fühlst, hast du ein defizit. ob man es untiefen oder leere nennt, spielt keine rolle. fakt ist, man fühlt sich nicht mehr alleine und “ganzer”.

  6. oh sorry, ich habe nur ein wenig mit den worten gespielt. das resultat ist bald online

  7. und das schönste ist ja, das sie gar nicht viel mehr machen müssen, als so da zu sein, wie sie sind. gute worte, hier.

  8. @gokui: wieso sorry? du hast mich doch nicht beleidigt. ich habe nur festgestellt ;-)

    @cupitronic: ja :-)

  9. @canela: na so war es auch nicht gedacht. sorry dafür das meine worte und gedanken nicht ganz so durchsichtig für jedermann oder jederfrau sind. ;-)

  10. [...] wortgedanken von mir dazu. ist ein geschriebenes wort die synthese ? meine ausgangsgedanken von dort sind diese: manch mensch den man lieben sollte ist mehr ein spiegel der eigenen seele, als eine [...]

  11. es steht mir nicht zu, das zu bewerten, denn ich kenne das auch. Aber im Endeffekt hat das nur mit dir selbst zu tun. Das Gefühl, dass er dir gegeben hat, hat dich befreit, aber es scheint, als sei dass nur ein Impuls gewesen zu sein, der dich, für dich, auf eine andere Spur gebracht hat. Das heißt, du bist jetzt klüger, was dich betrifft, aber ob das in Zukunft auch für EUCH gilt, ist so wage, wie nur was. Dass dein Gefühl dir sagt, er ist es für dich, ist verständlich, aber es kann alles und nichts bedeuten. Solange man nicht frei auf jemanden zugehen kann, bleibt es befangen. Ich wünsche, dass es das ist, was du dir erhoffst. Du hast es verdient, glaube ich. Aber es gibt nichts verzerrenderes als das Schreiben im Internet. Gruß, Fabian

  12. @fabian: schön, dass du dich meldest! ich las schon lange nichts mehr von dir; du poet der sonderklasse!

    aber deine worte stimmen absolut. ich kannte menschen vom internet, die real überhaupt nicht das sind, was sie schreiben.

    aber er und ich haben durch die virtualität mögliche trugbilder schon lange eliminiert und die realität hat uns das gleiche beschert, wie das schreibende. bis jetzt. was nachher kommt, weiss eh niemand. aber solange beide wollen, ist das unsere basis.


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