Gestern Nacht diese Sendung auf Arte gesehen und festgestellt, dass es zu Dritt genauso schön sein kann, wie zu Zweit. Aber es ist nicht einfacher. Im Gegenteil. Grenzen zu setzen ist schwieriger und es hat mehr Köche, die mitwürzen. Kann, muss aber nicht besser schmecken.
Interessant war, dass einer der Gleichgeschlechtlichen sich meist etwas im Abseits gedrängt fühlte, sei es Mann oder Frau. Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre kamen vor. Sie fühlte sich immer verletzt durch Sartres Nebenbeziehungen. Das Buch Jules und Jim wurde besprochen.
Und sobald ein Kind in die Beziehung hineinpurzelt, wird es für alle Beteiligten schwierig. Das beruhigt mich als Zweierbeziehung-Kennende.
Ich bin bescheiden und freue mich, wenn ich es zu Zweit schaffe.
by canela
Wäre mir auch eine zu komplizierte Kiste. Schuster bleib bei deinen Leisten oder Partner.
Von: rogerrabbit am 14. Januar 2008
um 1:29
wäre also auch nichts für mich sensibelchen, den liebsten zu teilen.
lebt und liebt man nicht in einer festen beziehung, könnte das wohl wieder anders aussehen…
Von: hierundjetzt am 14. Januar 2008
um 1:57
@rogerrabbit: ich bin auch lieber eine schusterin, wäre mir zu anstrengend, allen gerecht zu werden.
@hierundjetzt: die „paare“ die sie zeigten, waren alles feste beziehungen.
also zu einem mann-frau-paar kam eine frau dazu. und zu einem mann-mann-paar kam eine frau dazu.
es ging also nicht nur ums bett teilen, sondern auch um herz. die frau-mann-frau beziehung schwärmten und waren schon jahrzehnte zusammen. die mann-frau-mann beziehung brach nach 13 jahren auseinander.
aber teilen möchte ich meinen liebsten auch nicht. da bin ich wie du
Von: canela am 14. Januar 2008
um 2:43
Im Englischen sagt man ja „Three’s a crowd“, und das stimmt schon. Einmal geriet ich — irgendwie, es war weder geplant noch beabsichtigt — in so eine Triangel hinein, das war eine schwere Zeit für alle Beteiligten.
Sarte und de Beauvoir werden ja immer gerne als „Paradebeispiele“ vorgeführt. Sartre war nicht besonders „gut“ zu Frauen, und das gute Simönchen war doch für die damalige Zeit sehr emanzipiert. Das muss ganz schön gezischt haben bei den beiden. *keuch*
Von: andreschneider am 14. Januar 2008
um 4:14
Es kommt auf die Situation an. Ich könnte mich wohl nur für eine solche Beziehung einlassen, wenn alle Partner gleichberechtigt sind.
Kinder haben allerdings einen anderen Stellenwert.
Im Moment bin ich schon zufrieden wenn ich überhaupt eine Bindung zu einem Partner aufbauen kann…
Von: der toby am 14. Januar 2008
um 4:40
wenn schon eine zweierkiste, sonst lass ich es und beschränke mich auf gelegenheits.. öhm, oder so
Von: zores am 14. Januar 2008
um 7:18
@andreschneider: du bist also in einen „sturm und drang“ sektor eingedrungen
.
das sartchen hatte so einen hässlichkeitskomplex, er musste ihn mit fraueneroberungen verstecken. das simönchen war sehr belesen und intelligent. aber das schützte sie nie vor verletzungen, die sie durch sartrchen erfuhr. denn hätte sie sich nicht auf diesen deal eingelassen, hätte sie ihn verloren.
@ der toby: ich glaube genau bei dem punkt, der gleichberechtigung oder sagen wir es anders, der gleichbehandlung und gleichzuwendung, wäre ich überfordert.
@zores: zweierkiste mit gelegenheitsöhms kann aber auch ganz schön anstrengend sein, oder?
Von: canela am 14. Januar 2008
um 7:31
ich denke zores meinte entweder zu nur zu zweit oder eben nur gelegntlich.
ich denke jeder sucht was anderes. der eine nur allein, der andere nur zu zweit andere eben anders.
gegenfrage: kann man liebe steuern ?
wie war das neulich noch mit der hiobsboschaft ?
Von: gokui am 14. Januar 2008
um 8:26
Nach einer Weile sind Dreier langweilig … bitte sagen Sie Bescheid, wenn Arte beim Vierer angekommen ist – danke!
Katzenelson
Von: Katzenelson am 14. Januar 2008
um 8:54
Jedem Tierchen sein Pläsierchen.
Wäre nichts für mich!
Von: gaviota am 14. Januar 2008
um 9:34
die „kommune“ kehrt zurück. was ist liebe? in bezug auf partnerschaften (ob zu zwei oder zu dritt oder…)?
bleibt stark!
rene
Von: trade4you am 14. Januar 2008
um 10:57
@gokui: ich weiss, was zores meinte. und er hat meine antwort verstanden.
und ich glaube, dass man sich selten eine dreierkiste bewusst sucht. oder sagen wir es so, die meisten sind froh, wenn sie ne zweierkiste schaffen.
keine ahnung, ob man liebe steuern kann… und der typ bei der hiobsbotschaft war einfach ein arsch und ein lügner.
@Katzenelson: werter Katzenelson, bienvenido!
nach einer weile sind viele dinge langweilig, aber das hat oft mit einem selber zu tun und nicht mit den andern.
und der vierer ist doch schon fast etabliert. bei einem fünfer melde ich mich dann bei ihnen.
@gaviota: das finde ich auch.
rein kategorisch kann ich es nicht ablehnen, suchen tue ich es aber auch nicht.
wie gesagt, schon zu zweit ist es herausfordernd. für zu zu dritt, bin ich einfach zu faul
und zu egoistisch.
@trade4you: hola!
was liebe ist in bezug auf partnerschaften? ich weiss es nicht genau. das einzige was ich weiss, ich liebe meinen liebsten. aber vielleicht wäre meine erklärung für dich nicht die richtige.
liebe ist arbeit, eine schöne arbeit – wohlgemerkt – mit hoch und tiefs. und liebe beinhaltet verantwortung und vertrauen. liebe ist aber auch ellenbogenbeissen
Von: canela am 15. Januar 2008
um 10:01
es ist natürlich ein großer Unterschied, ob man teilender, oder geteilt werdender Part ist.
Völlig ohne Reiz ist Zweiteres nicht. Aber mir wäre das wohl auch zu anstrengend, schätze ich, denn die beiden Frauen müssten ja extrem gefestigte Personen sein und das wiederum beißt sich eigentlich schon mit dem Gedanken, jemanden teilen zu müssen. Das sind wohl in der Praxis eher labilere Frauen, die sich an etwas klammern. Doch genau beurteilen kann ich das selbstverständlich nicht.
Gruß, Fabian
Von: fabianprobst am 15. Januar 2008
um 12:02
@fabianprost: also die frauen in der doku, wirkten ziemlich gefestigt. und wer wen teilte, fand ich nicht heraus. bei ihnen wirkte das zusammensein einfach natürlich…
Von: canela am 15. Januar 2008
um 12:53
„bei einem fünfer melde ich mich dann bei ihnen“?
Wir machen uns: Das hört sich nach einem vielversprechendem Sechser an … wer hat da noch Lust auf Arte?
Mit Dank im voraus,
Katzenelson
(gez.: Vom Leben!)
Von: Katzenelson am 15. Januar 2008
um 3:30
@Katzenelson: auf kunst hat man doch immer lust?!
aber wo hat sie denn das leben gezeichnet? sie scheinen mir ja eine makellose elfenbeinhaut zu haben…..
Von: canela am 15. Januar 2008
um 10:48
Der Schein trügt, meine Liebe; Sie müssten mich mal im Dunkeln sehen… mein Paradies ist doch längst abgerodet.
– - -
Vom Leben gezeichnet
Gestern habe ich den Einseeligen gesehen, im Duell mit dem Tod. Mit unrechten Waffen kämpften beide, bis zum bitteren Ende. Erst habe ich sie gar nicht erkannt, sie traten aus der Dunkelheit als seien sie aus ihr gemacht. Sie waren Brüder unserer Zeit und Mitte, von sicherer Willenskraft, mit undurchdringlichen Augen. Möglichst teilnahmslos schaute ich ihnen eine ganze Weile zu.
»Wenn es dir also um die Ehre letztendlich geht«, rief der Einseelige mit seiner allzeit geölten Stimme, »dann hast du doch gar nichts zu verlieren!« Er hatte noch immer sein gescheites Gesicht und die schlohweißen Haare lang; mit jeder leichten Wendung des Kopfes flogen sie umher.
»Sie gefallen mir!« schallte es vom Gegenüber zurück, in seltsam hohlem Ton. »Aber wir stehen hier nicht im Genesis der Entstehungsgeschichte.« Gelächter kam aus dem grimmigen Halbdunkel der Nacht, erinnerte an den drohenden Ernst. Und dann schlug der Tod zu, er, ohne Sünde, warf den ersten Stein, mit blutgierigen Augen und siegesgewissem Blick, ob all der unerbittlichen Schmerzen.
Der Einseelige, ein Taschentuch auf den Mund gepresst, die blauen Augen hervorgetreten und mit Tränen gefüllt, den Blick starr ins Blinde entrückt, den Oberkörper vorgeneigt, leicht taumelnd, sprach in mürbem Flüsterton, gleichsam zadernd und beschwörend: »Für wahr, Gott hat nachgelassen.« Dann hauchte er aus und fiel.
»Früher«, seufzte mit merkwürdig fliegenden Gesten der Tod, die letzte Erniedrigung dem Totengräber überlassend, »früher war alles viel jünger; selbst der Mond, der Sand und die Ferne.«
Zwei Wolken flogen aufeinander zu, berührten sich im Gruß und stoben auseinander, bald zu Fetzen gestückt und immer weiter, möglichst auf den schmalen Schultern jener Hoffnung, die noch nicht war.
Ich hatte genug gesehen und ging.
– - -
Von: Katzenelson am 15. Januar 2008
um 11:32
@Katzenelson: schöne geschichte! dankeschön!
Von: canela am 16. Januar 2008
um 9:11
Mir war eben nichts anderes eingefallen, nach „meine Liebe“ musste ich irgendwie die Kurve kriegen – nichts zu danken, besten Gruß!
Von: Katzenelson am 16. Januar 2008
um 1:33
somit hast du Katzenelson mit deiner geschichte den dreh von der sexuellen seite für uns alle hier gemacht. dreier, vierer usw…
Von: gokui am 17. Januar 2008
um 9:25
Sorry, gokui – mea culpa.
Nichts für ungut,
Katzenelson
Von: Katzenelson am 17. Januar 2008
um 11:16