Niño B., Schweizer mit deutschen Wurzeln, musste gestern den Kindergarten verlassen. Alle anderen Kinder, vor allem die Chefs der Spielgruppen, hatten sich gegen ihn verschworen. Er soll laut gewesen sein, rumgepöbelt haben und sich immer wieder um die Spielsachen anderer Kinder gerissen haben. Sowas geht nicht! Wir haben eine Demokratie in der Schweiz, auch im Kindergarten!
Man hat dafür ein Mädchen, Niña S., als Chefin gewählt, Schweizerin, deren Wurzeln, mir unbekannt sind. Sie gehört auch zur Spielgruppe Fröschchen wie der Niño B. Die Jungs der Spielgruppe Fröschchen sind jetzt aber sehr böse. Man muss dazu sagen, dass nicht alle in dieser Gruppe enttäuscht sind. Nur die aus Zürich. Denn die anderen, zum Beispiel aus Bern und Graubründen, fanden den Niño B. schon immer blöd. Aber eben, der schrie immer so laut.
Ein Mädchen, Niña C., verriet mir: „Jedesmal wenn ich meiner Puppe zuviele Kleider anzog „Made in China“, kam Niño B. und sagte, ich solle gefälligst lernen zu stricken und zu nähen, damit es anständige, schweizerische Kleider anhat. Das schlimmste aber war, wenn ich mit meiner Black-Barbie spielte, kam er und schmiss mein schwarzes Barbie immer an die Wand. Er sagte, es gehöre nicht hierher. Das war so gemein!“ Und sie zog einen Schmollmund dabei.
Niño B. behauptet, er gehöre zur Mehrheit der Schweiz an. Denn er sagt, 30% sei die Mehrheit. Da im Kindergarten noch nicht alle rechnen oder lesen können, glauben ihm einige. Aber eben nicht alle. Darum haben sich die Gruppe Häschen und Bienchen zusammengeschlossen und gesagt, sie wollten nicht mehr mit Niño B. spielen. Aus die Maus!
by canela
Der Niño B. soll sich doch einen eigenen Kindergarten zutun. Gespänli hat er ja genug.
Von: rockgöre am 14. Dezember 2007
um 10:20
Du hast es mal wieder geschafft mit deinen Worten, Humor sei dank, voll ins Schwarze (eben
!) zu treffen.
Von: Mme Lila am 14. Dezember 2007
um 11:24
schade, der niño b. war auf dem besten weg, ordnung in den sauladen zu bringen und die übrigen racker davon abzuhalten, dauernd auf den schweizerischen boden mit schweizer wurzeln anstatt in die windeln zu kacken.
Von: zores am 14. Dezember 2007
um 11:38
Von: hierundjetzt am 14. Dezember 2007
um 11:40
ach noch was. niño b. soll sich beim rausschmiss seiner angelsächsischen wurzeln bewusst geworden sein und vor versammelter mann- und frauschaft geschrieben haben: „I’ll be back!“ ich freue mich, das wird sicher interessant werden.
Von: zores am 14. Dezember 2007
um 12:41
oh der arme nino b. – jetzt steht er also im regen… er kann einem richtig leid tun der arme…
Von: falki am 14. Dezember 2007
um 2:42
was geht da ab ?
kindegartenfrührassimus ?
kinder verhalten sich so wie ihre vorbilder, die hätte ich mal herbeizitiert.
Von: gokuhi am 14. Dezember 2007
um 7:12
@gokuhi: Ich glaube, der Vater von B. ist schon tot. B. ist nämlich über 60 wenn ich mich nicht täusche.
Von: Susa am 14. Dezember 2007
um 8:59
Geschichte nicht verstanden. Zum ersten Mal seit Jahren auf einer CH-Seite. Ich hörte von einem Wahlplakat, wo weisse Schafe die schwarzen Schafe vertreiben. — Und nun mein eigentliches Anliegen: ich lebe in Spanien, führe aber den Blog auf englisch, und nun habe ich eine ClusterMap = thumbnail of a world map, wo sich jeder Besuch als rotes Pünktchen registriert. Und i hätti gärn es Pünktli us de Schwyz, please. Habe nur Pünktli aus Spanien und USA! Und nur eines aus Germany! — Und gleichzeitig würde ich das ClusterMap empfehlen, denn es sieht chaibe härzig aus auf der front page, wie man es bei mir und anderswo sehen kann. Ist ein gratis worldpress widget.
Von: cantueso am 15. Dezember 2007
um 9:39
Von: randoni am 15. Dezember 2007
um 11:11
Muchas gracias. Mit einem Pünktli hätte ich genug gehabt, aber es sind sehr viele gekommen, und das Schwyzerländli ist so winzig klein eingezeichnet in der ClusterMap, dass da nun Pünktliüberschwemmung herrscht.
Thanks a lot.
Von: cantueso am 15. Dezember 2007
um 6:20
@rockgöre: geld genug hätte er ja für einen kindergarten UND zirkus
@mme lila: humor ist abstraktion der eigenen wichtigkeit. das hat der b. nicht wirklich, finde ich….
@zores: ordnung schaffen ist gut, aber nicht auf diese art. weil b. sich so gebärt, als wäre er der chef vo schwiz! hier mehr dazu http://www.youtube.com/watch?v=pVwVTgYHMDQ
@hierundjetzt: ja, aber der b. war auch emol e bueb. wie war er wohl?
@falki: dein altruismus in ehren…. oder war das jetzt spöttisch
?
@gokuhi: das war nur etwas politik aus der schweiz. im kindergarten, hoffe ich, geht es noch nicht so zu.
@susa: danke und ja der b. soll sogar über 65 sein wenn ich mich nicht täusche, was ihn nicht daran hindert, sich wie ein kindergärtner zu benehmen.
@cantueso: bienvendo y welcome tambien. das plakat mit den weissen schafen und schwarzen, hat er wohl auch befürwortet. es stammt zumindest aus seiner partei. did you have enough pünktlis?
@randoni: manchmal schon, eigentlich immer. täten wir nur nicht so kompliziert.
@cantueso: who ever did overfload you with pünktlis, you reached the goal
@
Von: canela am 15. Dezember 2007
um 7:33
@canela: ach so, das wußte ich nicht. nennt man das also bei euch in der ch auch „kindergarten“. find ich suppi.
„humor ist abstraktion der eigenen wichtigkeit“ wo hast du das her. das ist spitze, darf ich es zitieren ?
Von: gokuhi am 15. Dezember 2007
um 9:04
@gokuhi: ist mein spruch.
Von: canela am 15. Dezember 2007
um 9:06
und darf ich ihn zitieren ? er ist spitze !
Von: gokuhi am 15. Dezember 2007
um 10:37
Sehr gut! So lernt man, sich mit den gegenwärtigen Problemen des Nachbarn auseinanderzusetzen.
Ich dachte eigentlich nach der Wahl kehrt bei euch wieder Ruhe ein (der Zustand, den der Rest der Welt der Schweiz immer so respektvoll zuschreibt)
Von: Ruwen am 16. Dezember 2007
um 11:16
@gokuhi: nur zu!
@ruwen: wie wir alles wissen, es wird nicht so heiss gegessen wie gekocht. also wahrscheinlich wird noch etwas rumgemosert und dann ist wieder ruhe unter dem dach.
Von: canela am 16. Dezember 2007
um 11:41
Das Weltkärtchen wird nur so nach und nach geupdated (upgedated, updatiert), und die Pünktli sind noch nicht eingetragen.
Die Geschichte von den beiden niños habe ich nochmals gelesen, und ich komme noch immer nicht nach.
Von: cantueso am 16. Dezember 2007
um 3:41
@cantueso: wenn du die schweizer politik nicht regelmässig verfolgst, dann ist meine geschichte schwer zu verstehen. ein schweizer politiker wurde abgewählt. das geschieht selten. und seine reaktion war mein anlass, diese „methapher“ zu schreiben. pero no te preocupes. hay otras cosas en la vida que hay que comprender.
Von: canela am 16. Dezember 2007
um 8:41
I see! Vaya historia. Je n’y avais pas pensé. Ich dachte wirklich, es sei ein Kindergarten, und dass Du aus Zürich schreibst. Es gibt sicher im Kindergarten dort genau solche Dramen. Listen, darf man fragen: hast Du mit Deiner Vielsprachigkeit nicht Schwierigkeiten? (Ich kann nun nicht mehr gut Schweizerdeutsch sprechen. Auch Schriftdeutsch nur sehr süferli, süferli und, jesses näi, nicht telephonisch. )
Einewäg, ich wollte nur schnell sagen, dass die Pünktchen angekommern seien. Viel besten Dank!
Von: cantueso am 18. Dezember 2007
um 9:19
@cantueso: non pas du tout! oder so. hatte ich nie. dafür kann ich nicht so gut rechnen
Von: canela am 18. Dezember 2007
um 9:25