Verfasst von: canela | 1. Dezember 2007

Heute

Er hatte erbrochen. Ich hob ihn auf, wischte seinen Mund ab und hielt ihn fest. Er wimmerte und fühlte sich heiss an. Fest hielt er sich an meinen Hals und, obwohl ich mich selber unruhig und schwach fühlte, tröstete ich ihn und wechselte seine Kleider. Dann legte ich ihn ins Bett.

Sie kochte Wasser für den Tee. Gross und schön ist sie. Und sie beobachtete uns. Als sie ging und mich küsste, schien sie noch grösser. Doch etwas wusste ich. Im Moment war sie einsamer als ich, viel einsamer als ich. Und ich fühlte, dass ich ihr dieses Gefühl nicht nehmen kann.

Manchmal lebt man und muss es aushalten. Genau dann, wenn man sich klein und machtlos fühlt und nicht helfen kann. In Gedanken immer bei ihm. Und bei ihm.

by canela


Antworten

  1. Sich hilflos und machtlos zu fühlen ist was sehr unangenehmes. Ich kann das nachfühlen :-(

  2. Wir werden niemals einsam, oder einsamer, weil andere Menschen es nicht sind. (So wie wir auch nicht glücklicher werden, weil andere Menschen es nicht sind, oder es uns zuliebe nicht zu sein trauen.) Wir sind es einfach, manchmal. Weil die Einsamkeit in uns wohnt, oder auch weil das Leben gerade so ist.
    Aber manchmal sind wir weniger allein, weil andere Menschen einen Teil ihrer Zeit, einiges von ihren Gedanken und Erfahrungen, etwas von ihrem Leben mit uns teilen. Weil sie zuhören und antworten und Anteil nehmen. Weil sie uns sehen, und uns etwas von sich schenken.
    Wir versuchen uns dann zurückzuschenken.
    Und wenn es gelingt, dann wird manchmal Freundschaft daraus.

  3. @Sie gross und schön: der drang, dinge lösen zu wollen und sie nicht zu können, steckt in mir.

    mein post hat mit hilflosigkeit zu tun. und der einsicht, die du hier als kommentar abgeben hast.

    du könntest meine zwillingsschwester sein. zumindest im inneren. sonst trennen uns ja gute 20 cm ;-)

  4. Und wir sind beide schön!
    :-)


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