Es ist bald drei Uhr morgens und die vielen schwarzen Kaffees halten mich wach. Ich habe zuviel geraucht und wenn ich nicht hätte fahren müssen, hätte ich auch zuviel getrunken. Diese Zeiten sind nicht vorbei. Aber ohne dass man es merkt, wird man vernünftiger. Oder ist das Erwachsensein?
Heute fuhr ich Richtung Zürich. Ich war eingeladen bei einer Kollegin, die ich nun bald 25 Jahre kenne. Ein ganzes Menschenleben. Dabei habe ich doch noch so viel vor. Wie können so viele Jahre einfach vergehen? Auf der Autobahn wurde ich ziemlich schnell von einem Wagen überholt, deren Insassen alle weniger IQ hatten als die PS des aufgemotzten BMWs.
Wir waren neun Frauen. Einige von uns kennen sich schon so lange, dass uns die Vergangenheit mehr verbindet als die Gegenwart. Vor 15 Jahren streiften wir noch zusammen durch die Nacht. Tanzend und trinkend. Meistens gemeinsam kommend, dann wieder gemeinsam gehend. Die Männer kamen auch und gingen. Wir Mädels aber waren immer füreinander da. Darum versprachen wir uns , falls wir alt werden und wir alleine sein würden, wie die Golden Girls zusammen zu leben.
Heute sind wir alle in Beziehungen, wenige mit Kinder. Wenn man Kinder hat, wird die Beziehung als Paar anders. Viele unbeschwerte Momente sind vorbei. Und der Sex kommt manchmal zu kurz. Nicht weil frau nicht möchte, sondern weil man einfach müde ist. So sagen die Mütter.
Dann muss man die Gelegenheit am Schopf packen, wenn die Kinder draussen am Spielen sind. Schnell schliesst man sich im Kinderzimmer ein und will loslegen, schon kommen die lieben Kleinen und wollen hinein. Wenn man dann öffnet:
Was habt ihr denn im Kinderzimmer gemacht?
Wir mussten aufräumen.
Wieso habt ihr euch denn eingesperrt?
Mama, wollte nicht aufräumen, darum musste ich sie einsperren, damit sie mir hilft.
Dabei kichern und sich bewusstsein, dass die Kids wissen, etwas stimmt nicht an dieser Erklärung.
Dann fällt uns ein, dass wir uns das letzte Mal an der Beerdigung sahen. Ich frage die Betroffene, ob sie noch oft traurig sei. Und dann sehe ich Tränen. Sie ist es. Ich stehe auf, drücke sie und küsse ihre Wange. Manchmal ist Trauer wie eine grosse Welle, sie packt dich, schmettert dich völlig überraschend an einen Felsen. Du bist machtlos. Sie hat dich in der Hand und es schmerzt. Wir gehen auf den Balkon und rauchen schweigend. Bis ich eine Geschichte von Canelito zum Besten geben und ein Lächeln kehrt zurück.
Jetzt ist es 3.15 Uhr. Eins ist sicher; ein Abend ging vorbei und ist wieder ein Stückchen Vergangenheit. Sie häuft sich an und es wird wie immer mehr. Aber da sie hinter mir liegt, sehe ich nur das jetzt und nach vorne. Oder mein Bett.
by canela
Ja wir hätten noch viel Trinken , noch viel über Vergangenheit, Zukunft, Kinder und Beziehungen quatschen können, doch leider geht so ein Abend viel zu schnell um. Dennoch freue ich mich schon auf unseren nächsten Frauenabend, wieder mit vielen interessanten Geschichte zum Lachen, Weinen und sich Gedanken machen.
Wahre Freunde erkennt man nicht nur in guten Zeiten, sondern wenn man sie wirklich braucht. Nach dem Tod meines Mami habe ich viele tröstende Worte und persönliche Gedichte erhalten die einem sagen ,,hei du hast den wichtigsten Mensch verloren, doch ein riesiges Glück wahre Freunde zu haben,,. DANKE!!!!!!
Mariuz ti voglio un gran bene
Von: silvaniella am 3. Juni 2007
um 4:56
ciao silvaniella, sei la prima che scrive quá!
ja solche abende gehen schnell um, das nächste mal machen wir es bei mir. danke für deinen kommentar. schön dich hier zu lesen. bacio
Von: canela am 4. Juni 2007
um 6:34